Gutfried lässt die Sau raus
Puten Cervelatwurst von Gutfried
Zutaten alt: 100g Puten Cervelatwurst werden hergestellt aus 64g Putenfleisch und 58g Schweinefleisch*. Zutaten: Putenfleisch, Schweinefleisch, jodiertes Nitritpökelsalz (jodiertes Speisesalz, Konservierungsstoff: Natriumnitrit), Glucosesirup, Gewürze, Farbstoff: Beetenrot, Echtes Karmin, Antioxidationsmittel: Natriumascorbat, Gewürzextrakte, Rauch. Zutaten neu: 100g Puten Cervelatwurst werden hergestellt aus 108g Putenfleisch und 16g Pflanzenfett*. Zutaten: Putenfleisch, Pflanzenfett ungehärtet, jodiertes Nitritpökelsalz (jodiertes Speisesalz, Konservierungsstoff: Natriumnitrit), Glucosesirup, Gewürze, Gemüsekonzentrate (Rettich, Tomate), Antioxidationsmittel: Natriumascorbat, Rosmarinextrakt, Rauch. Konservierungsstoff: Oberfläche mit Kaliumsorbat behandelt. * Gewichtsverlust bedingt durch Räuchervorgang Nährwerte pro 100 ml: 1216kJ (293kcal) | Eiweiß 20g | Fett 23g | davon gesättigte Fette 11,3g | Kohlenhydrate 1g | davon Zucker 0,1g | Ballaststoffe 1g | Natrium 1,4g Der Schwindel: „Puten Cervelatwurst“ sollte es angeblich sein, die „Deutschlands Geflügelwurst-Spezialist Nummer Eins“ (Gutfried über Gutfried) uns da auftischt. „Extra fein“ kam sie daher als „Deutschlands beliebteste Geflügelwurst“. Laut Etikett. Die Wahrheit: Bis sich fast 10.000 Verbraucher via abgespeist.de bei Gutfried beschwert hatten, bestand die „Puten Cervelatwurst“ beinahe zur Hälfte aus Schwein. Das erkannte der Verbraucher nur im Kleingedruckten auf der Rückseite. Aber damit nicht genug: Die neue, angeblich „verfeinerte“ Rezeptur (Pflanzenöl statt Schweinefleisch) versucht Gutfried nun als Ergebnis des „direkten Drahts“ zum Kunden zu verkaufen. „Verbraucher schätzen wechselseitige Information und Austausch“, nennt das der Hersteller in sinnfreiem PR-Sprech. Klar ist: Ohne die massiven Verbraucherproteste wäre das Schwein im Federkleid noch eine Weile durch die Supermarkt-Regale stolziert. Der Hintergrund: Geflügelwurst-Hersteller mischen häufig Schwein unter Ihre Produkte, zumeist aus zwei Gründen: Zum einen, weil Geflügel vergleichsweise fettarm ist und somit Geschmacksträger fehlt. Zum anderen, weil die Konsistenz des (Schweine-) Specks eine besondere Bedeutung für die Verarbeitung zu Wurstwaren besitzt – er macht die Wurst schnittfest. Das Problem dabei: In den seltensten Fällen ist das an der Produktbezeichnung oder -aufmachung ersichtlich. Kein Wunder, denn Geflügel wird bei Verbrauchern immer beliebter – als Ersatz für Schweinefleisch. Das Fazit: Die „Puten Cervelatwurst“ war bis zu massiven Verbraucherprotesten eine waschechte Mogelpackung. Dank fast 10.000 Beschwerden hat Gutfried – im wahrsten Sinne des Wortes – nun die Sau rausgelassen. Quelle: www.abgespeist.de
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