Lipödem

Was kann man gegen ein Lipödem machen?

Der Sommer ist in Sichtweise, es wird warm, man möchte sich endlich aus den Wintersachen befreien und leichte Röcke oder kurze Hosen tragen. Ein Blick in den Spiegel verrät, dass es günstig wäre, das ein oder andere Kilo vor den warmen Tagen abzunehmen, damit die Kleidung richtig sitzt. Man möchte sich wohlfühlen in seiner Haut. Doch viele Frauen leiden trotz einer guten Figur an ihren breiten Oberschenkeln, umgangssprachlich auch das Reiterhosensyndrom genannt. Medizinisch nennt sich dieser Begriff Lipödem und ist eine Fettverteilungsstörung im weiblichen Körper. Lipödeme sind verantwortlich für das Fettgewebe seitlich der Oberschenkel, den Hüften und an den Beinen bis zu den Knöcheln. Es kann nicht mit den normalen Fettdepots verglichen werden.

Das Reiterhosensyndrom betrifft im Grunde nur Frauen und beginnt in der Regel in den Phasen weiblicher Veränderungen, wie Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium. Die ersten Anzeichen der Gewichtszunahme an den Oberschenkeln zeigen sich nach der Pubertät. Der weibliche Organismus verliert das kindliche Aussehen und wird fraulicher. Dabei verändern sich die Oberschenkel, es bildet sich das typische Erscheinungsbild der Reiterhosen; die äußeren Seiten der Schenkel bilden zu viel Fettgewebe, welches sich unproportional zum Körper darstellt. Auch nach der Schwangerschaft bilden sich die unförmigen Fettzellen neu oder es bildet sich weiteres Fettgewebe.

Die Ursachen dieser krankhaft bedingten Fettveränderung sind noch nicht ausreichend bekannt. Aufgrund der normalen hormonellen Veränderungen während Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium geht man davon aus, dass ­die Bildung von Lipödemen mit der Umstellung des Organismus in Zusammenhang stehen und deshalb nicht veränderbar sind. Dies trifft auch und vor allem auf die Gewichtsreduktion zu. Die krankhaft erweiterten Fettzellen können nicht durch Diäten oder spezielle Ernährung verkleinert werden. Im besten Falle erhält man sein gesundes Gewicht, da sich so auch das Lipödem nicht vergrößert.

Gewichtsreduktion hilft nur bedingt
Durch das Abnehmen wird nur ein bedingter Teil an Körperfettmasse verloren. Dabei kann nur so viel Fett abgenommen werden, wie der Körper insgesamt an Übergewicht vorweist. Deshalb wirkt eine gesunde Ernährung positiv auf das zu haltende Körpergewicht. Einen kräftigen Bordeaux Wein können Sie sich zwischendurch gerne einschenken, speziell tierische Fette, wie sie z. B. in Wurstwaren (Salami, Teewurst, Bierschinken) vorkommen, sollten reduziert oder gemieden werden. Sie sind Hauptgrund für die allgemeine Gewichtszunahme. Wenn die Oberschenkel spannen und man Schmerzen bei Druck verspürt, kann das an unter der Hautoberfläche liegenden Wassereinlagerungen liegen. Kreisende Bürstenmassagen, regelmäßige sportliche Aktivitäten und Saunagänge können zu einer leichten Verbesserung führen. Generell sind durchblutungsfördernde Maßnahmen, die zu einem Ablaufen der Wassereinlagerungen führen, positiv zu werten.

Den Stoffwechsel anregen
Sportliche Aktivitäten sind deshalb so gut und wichtig, weil sie unter anderem auch den Stoffwechsel in den Zellen anregen. Die Anregung des Stoffwechsels führt generell zu verkleinerten Fettzellen, also der Gewichtsreduktion bzw. Muskelaufbau. Langfristig gesehen kann die "Reiterhose" dennoch nur in Grenzen gehalten werden. Frauen, die unter einem Lipödem leiden ist anzuraten, sich eine Sportart auszusuchen, die ihnen liegt und tatsächlich Spaß macht, um dauerhaft aktiv bleiben zu können. Die Kombination von körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung mit viel frischen Lebensmitteln wird das Körpergewicht und auch das Lipödem in Balance halten.

Medizinische Eingriffe
Um die Fettpolster in eine ansehnlichere Form zu bringen, kann eine Therapie mit dementsprechenden Kompressionsstrumpfhosen oder Kompressionsstrümpfen erfolgen. Dennoch ist auch hier sportliche Aktivität notwendig. Des Weiteren kann in Absprache mit einem Schönheitschirurg eine Lipödem-Behandlung in Form einer Fettabsaugung erfolgen, sofern sichergestellt ist, dass die Extremitäten nicht unter einem Lymphödem leiden. Generell muss der Arzt feststellen, ob eine Fettabsaugung im individuellen Falle möglich ist oder nicht. Liegt ein Lipolymphödem vor, kann gegebenenfalls eine Lymphdrainage erfolgen.

Frauen mit Lipödem im erweiterten Stadium können mit einer apparativen Kompressionstherapie behandelt werden. Diese erfolgt ähnlich einer Lymphdrainage und wird mit einem eigens dafür entwickelten Gerät durchgeführt. Eines der effektivsten Geräte dazu ist der Vacustyler der Firma Weyergans. Auch hier sind Kompressionsstrumpfhosen notwendig, da sich ansonsten die Fettzellen schnell wieder vollsaugen.